Allergien schon im Kleinkindalter vorbeugen

Allergien nehmen in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu. Allein 30% der Deutschen leiden schätzungsweise unter den unterschiedlichsten Allergien. Weltweit lag z.B. Verbreitung von Heuschnupfen im Jahr 2008 bei 12%. In Deutschland sind es heute sogar 15%, Tendenz steigend. Vor allem weil nicht jede Allergie gleich als diese erkannt wird.

Auch bei Kindern sind Allergien ein Problem. Jedes dritte Kind kommt bereits mit einer atopischen Veranlagung zur Welt, die sich nicht selten innerhalb weniger Wochen als allergische Erkrankung zeigt. Leiden beide Elternteile an einer Hypersensibilität, steigt der Risikofaktor an einer Allergie zu erkranken für das Kind auf 50 %.

Allerdings wird das Schicksal eines Kindes bezüglich einer allergischen Erkrankung nicht alleine durch die Vererbung bestimmt. Einige vorbeugende Maßnahmen können das Risiko schon im Kleinkindalter senken.

Vorsicht bei Nahrungsmitteln

Kinder, die gestillt werden, haben ein wesentlich niedrigeres Risiko, Allergien zu bekommen, allerdings nur, wenn die Mutter nicht selbst allergisch ist. In diesem Fall sollten möglichst Säuglingsmilchpräparate verwendet werden.

Da sich vor allem Nahrungsmittelallergien schon im frühen Säuglingsalter entwickeln, sollten bestimmte Stoffe verzögert zugeführt werden. Man sollte pro Woche höchstens ein neues Nahrungsmittel zusätzlich füttern. Reagiert das Kind allergisch, weiß man sofort, um welchen Stoff es sich handelt und kann diesen wieder weglassen. Bekannte Allergene wie Weizen, Milchprodukte, Nüsse oder Hühnereier sind als Nahrungsmittel für kleine Kindern generell zu meiden.

Eine sterile Umgebung schadet mehr als sie nützt

Besonders in den letzten Jahrzehnten hat sich eine Philosophie der Sterilität im Umgang mit kleinen Kindern entwickelt, die sich aber inzwischen als schädlich herausgestellt hat. Man vermutet, dass bei Vermeidung von Schmutz und Keimen das Immunsystem einfach unterfordert ist und daher nicht richtig reagiert, wenn es z.B. mit Allergenen in Kontakt kommt. Kinder sollten daher die Freiheit haben auch einmal im Dreck zu spielen. Der kindliche Körper kann dadurch ein normal arbeitendes Immunsystem entwickeln, was wiederum vor der überschießenden Reaktion einer Allergie schützt.

Allgemeine Maßnahmen

Gegen eine Allergie auf Hausstaubmilben, die zu Asthma führen kann, hilft oftmaliges Lüften und Staubsaugen des Kinderzimmers und eine Temperatur von 18 bis 20 Grad. Das Baby sollte außerdem immer nur ein Stofftier im Bett haben.

Rauchen in der Schwangerschaft und später in der Nähe eines Kindes ist absolut tabu. Haustiere werden im Idealfall erst angeschafft, wenn der Nachwuchs etwas älter ist. Kinder erkranken außerdem seltener an Asthma, wenn man sie so gut und so lange es geht vor Autoabgasen schützt.